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Schweiz – Natur, Kühe, See

Es ist wirklich erstaunlich, dass ich seit 17 Jahren in Deutschland lebe und niemals die Schweiz besucht habe. Einfach keinen Ansporn hinzufahren, obwohl dieses Land eine Menge anzubieten hat. So haben wir uns für die Schweiz im September 2018 entschieden. Wir sind von Wiesbaden nach Lindau gefahren und unsere liebe Freunde Galin, Milena und Liv für einen Tag besucht.

Lindau liegt am Dreiländereck und man erreicht Österreich und die Schweiz innerhalb 5 Minuten. Wir sind nach Sankt Gallen gefahren und an diesem Sonntag möchten die Stadt angucken. Die Stadt, der Kanton und das Kloster haben ihren Namen von einem irischen Mönch Gallus bekommen. Er ist als Missionär in alemannisches Gebiet angekommen und liess sich um 612 als Eremit im Bereich des nachmaligen Klosters St. Gallen nieder.

Wir haben im Zentrum geparkt und vom Roten Platz angefangen. Der Raiffeisenplatz oder Stadtlounge ist für die Ehrung dem Friedrich Wilhelm Raiffeisen gewidmet. Er ist der Gründer von Genossenschaftsbanken, die im 19 und 20 Jh. sehr populär waren. Die Künstlerin Pipilotti Rist und der Architekt Carlos Martinez entwarfen gemeinsam diese Stadtlounge, die sich wie ein Teppich über das ganze Areal legt. 

Einige Meter weiter beginnt die Altstadt mit den wunderschönen Häuser und die imposante Kirche. Sie ist gemeinsam mit der Stiftsbibliothek Teil der Weltkulturerbe von UNESCO.

Während der Sonntagsmesse war die Kirche voll und wir haben fromm gebetet. Danach haben wir eine Runde in der Altstadt gemacht und das sonnige Wetter genossen.

Appenzeller Schaukäserei

Was wäre einen Besuch in der Schweiz ohne die berühmte Käse?! Bevor wir die Käserei besichtigt hatte, fuhren wir in die Stadt. Die Stadt Appenzell liegt an einem traumhaften Ort am Fusse des Alpenmassivs. Man findet viele Kirchen und typische Alpenarchitektur. Ein Spaziergang lohnt sich auf jeden Fall. Egal, ob Shoppen, Essen oder Kultur, alles ist dabei.

Einige Minuten entfernt erreicht man Appenzeller, einer der größten Käsehersteller in der Schweiz. Wir haben eine Tour mit Verkostung gebucht und einer Gruppe angeschlossen.

Wir haben 5 Käsesorte erhalten und bei der Verkostung die Geschichte der Käserei gehört. Hier wird nach einem geheimen Rezept produziert und die Milch kommt von den örtlichen Bauern. Sie verpflichten sich nur organische Milch, natürliche Zutaten und regionale Handwerkskunst zu benutzen und so die Einzigartigkeit der Marke stärken. Die geheimnissvolle Sulz ist seit 700 Jahren streng gehütet und verleiht eine besondere Würze der Käse. Je länger es reift, desto würziger ist die Käse. Das Rezept ist seit 30 Jahren unverändert und wird in einem Banktresor aufbewahrt. Nur zwei Personen kennen es und sie sind für die Herstellung verantwortlich.

Nach dieser interessanten Tour sind wir zu unserem Dorfhotel gefahren. Wir wollten an einem ruhigen Ort schlafen und am nächsten Tag die Berge erkundigen. Die Schweiz ist ein Wanderparadies. Man kann tolle Natur und Tiere sehen und wir hatten einen super sonnigen Tag. Morgen früh habe ich wie immer meine Fotos hochgeladen und gleich gab es eine positive Überraschung. Die liebe Freundin Cindy hat mir geschrieben, dass in der Nähe ist und wir haben uns spontan für 12 Uhr verabredet. Ich habe das Bergrestaurant am Ende unserer Wanderung vorgeschlagen.

Kaffee, gesundes Frühstück und los. Das Bergrestaurant hat die Flagge gehisst und wir waren sicher, dass geöffnet ist. Es sind ca. 2 Stunden bergauf. Herrliche Natur, schweizerische Kühe, arbeitende Bauer und einfach Ruhe. Ein Stadtmensch braucht sowas! Auf dem Weg frage ich mich immer wieder, ob ich hier leben würde? Es ist ein Dorf mit 1 Geschäft, 1 Schule und ca. 100 Einwohner. Jetzt nach 3 Monaten werde ich mit JA beantworten. Die Nähe der Stadt St. Gallen kompensiert die Nachteile des Dorflebens, aber die Vorteile hier sind immens –  gesundes Essen, nette Leute, ruhiges Leben ohne Stress, wunderbare Natur. Um kurz vor 12 waren wir da und in 5 Minuten sehe ich Cindy. Ich hätte nie geglaubt, dass sie kommt und sogar pünktlich wie eine schweizerische Uhr 🙂 Es ist ein Traum einen guten Freund wiederzusehen. Mehr als 2 Stunden waren nicht ausreichend unsere Freude zu zeigen. Einfach ein perfekter Tag! Sie hat mich in Vals eingeladen und ich werde die Möglichkeit nutzen, sie zu besuchen. Der Rückweg zum Dorf war viel leichter und wir sind müde angekommen. Abendessen und ins Bett!

Heute sind wir früh aufgestanden und wollten Zürich ansehen. Es sind malerische 150 km und auf dem Weg haben wir der Züricher See angeguckt.

Zürichsee

Zürich ist eine internationale Stadt und hat ein besonderes Flair. Die Seepromenade ist einmalig und bei sonnigem Wetter sind zahlreiche Touristen und Einwohner der Stadt zu sehen. Schon während der Mittagszeit suchen sich die Meisten ein Platz im Freien und geniessen das tolle Wetter und der Blick zum See. Manche gehen in der Mittagspause sogar schwimmen. Das nenne ich Lebensqualität! Zahlreiche Segelschiffe, Motorboote und Fähren teilen sich die Umgebung und wir haben uns für eine Tour mit Fähre entschieden. Man kauft ein ganz normales Ticket für Bus & Bahn & Fähre und wählt die Haltstelle zum Einsteigen aus.

Gleichzeitig ist der See eine wichtige Quelle für die Trinkwasserversorgung und der Weinbau. Mehr als 40% des Trinkwassers für Kanton Zürich kommt aus dem Zürichsee.

Nach 1 Stunde Seefahrt hatten wir die Altstadt angesehen. Mit seiner malerischen Straßen und tollen Architektur ist ziemlich beeindruckend. Entlang des Limmatflusses sind mehrere Museen, Luxushotels, Restaurants, das Rathaus, Internationale Banken und Organisationen wie FIFA, sowie Kirchen zu sehen. Der Großmünster datiert seit dem Jahr 1100 und bewahrt das Grab der Stadtpatrone Felix und Regula. Die Limmat wurde in Zürich im Verlauf von Jahrhunderten immer stärker kanalisiert und war im 20. Jahrhundert eine der wichtigsten Verkehrsadern in der Innenstadt. Heute spielt eher eine touristische Rolle.

Als begeisterter Fußballfan habe ich das FIFA Museum besucht. Mit einem Online Ticket, dienstags 50% billiger, bin ich hingegangen und es war eine gute Entscheidung. Das Museum ist multimedial und zeigt die Geschichte der Weltmeisterschaften.

Man kann von 1863 bis zum 2018 alles nachverfolgen. Hier sind die erste Mitglieder der Fifa angezeigt, nach Farben sortierten 211 Originaltrikots der FIFA-Mitgliedsverbände ausgestellt, das Weltcup Jules Rimet (mit Aufschrift für den Gewinner in Qatar 2022) oder FIFA Damen Weltcup, historische Dokumente und Artefakte.

Auf Leinwände ist die Leidenschaft vom Fußballspiel auf allen Kontinenten gezeigt. Kinder spielen Fußball am Strand in Brasilien, auf den Straßen in Zentralamerika, im Jungle in Indonesien oder in der afrikanische Savanne. Fußball ist in den meisten Länder einen Straßensport und überall wird mit unterschiedliche Bälle gespielt. Aus Begeisterung werden die Bälle aus allen verfügbaren Materialien gemacht – Bananenblätter, Plastiktüten oder Stoffresten, entscheidend ist die runde Form 😉

 

Interessant ist die Entwicklung des offiziellen Balles und der Schuhen von den Spielern in der Geschichte bis heute. Von sehr einfachem Ball im Jahr 1920 bis zum Modernen Adidas 2018. 

Ich war wirklich lange Zeit im Museum und musste auf Toilette gehen…dann habe ich mehrere Tore gemacht 😉

Auf der Rückfahrt nach Deutschland haben wir den Rheinfall besucht. Er liegt an der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland und hier entsteht der Fluss Rhein. Es ist ein Spektakel einer der größten Wasserfälle in Europa anzusehen.

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