Lifestyle

Wie soll ich leben?

Heutzutage stellen sich viele Leute die Frage „Wie soll ich leben“? Soll ich verschwenderisch und materialistisch leben oder sparsam; umweltfreundlich und nachhaltig oder leben, als ob die Welt morgen untergehen würde; mit Rücksicht zu den Menschen oder rücksichtslos!? Das alles frage ich mich immer wieder, wenn ich reise und dann zurückkomme. Wenn man in einer Gesellschaft (im Westen) geboren ist, wo nicht nur die Grundbedürfnisse leicht zu decken sind, sondern auch keine Armut zu sehen ist, wächst man eher egoistisch, materialistisch und rücksichtslos. Meckern ist als Volkssport erkannt und man will immer mehr und mehr. Kauft man ein Auto, dann will in 2 Jahre ein neues Modell haben; kauft ein Smartphone, dann bestellt in 6 Monaten das nächste Modell und so wird man Sklave der Sachen. In den Entwicklungsländern dagegen kämpfen die Leute ums Überleben. Die Kinder müssen öfter als 12-13 jährige bei der Haushalt helfen, auf dem Feld arbeiten oder Souvenirs an Touristen verkaufen. Die Reisen, die ich in diesen Ländern gemacht haben, ändern meine Weltsicht ständig! Wenn ich die Kinder in Afrika, Indien, Indonesien oder Kuba sehe, prägen diese Bilder mein Leben zu Hause. Man muss diese Länder besuchen und das sollte als Lehrbuch unseren industriellen Gesellschaften dienen.

Was bedeutet „ich bin erfolgreich“?

 

Neulich habe ich eine Diskussion geführt, ob ich erfolgreich bin und was bedeutet erfolgreich zu sein! Viele Leute in den USA, Europa oder Australien haben bestimmte Statussymbole entwickelt und nur wenige messen ihren Erfolg mit immateriellen Sachen. Hat man ein dickes Auto, eine Wohnung, Goldschmuck oder Aktien, wird meistens von den Anderen beneidet. Diese Person prahlt auf der Straße, postet Fotos in sozialen Medien und denkt, dass er erfolgreich ist. Gleichzeitig führt er aber ein Leben in geschlossenen Räumen wie sein Büro, das Auto, die Wohnung; isst ungesundes Essen wie Fleisch, Salz, Zucker, Fett und trinkt reichlich Alkohol sowie süß – und kohlensäurehaltige Getränke; steht morgen früh zur Arbeit sowie kommt spät zurück nach Hause und blickt die Sonne nicht; hat keine Freizeit, treibt kein Sport, liest keine Bücher und sein Leben ist auf Essen, Trinken, Fernsehen und Schlafen reduziert; seine Freunde sind meistens virtuell; wohnt in der Stadt und ist total von der Umweltverschmutzung, Lärm und Verkehr gestresst. Dagegen gibt es viele Menschen, die den Erfolg anders messen. Vorrang hat die Lebensqualität und nicht das Geld! Ich persönlich schätze eine Welt unter Natur mit Wanderungen, Skifahren, Tennisspielen oder Tauchen. Mein Essen auf dem Tisch habe ich umgestellt und esse sehr wenig Fleisch, keine Süßigkeiten sowie Fett. Bei dem Alkohol bevorzuge ich Rotwein und bei Getränken Wasser. Meistens probiere ich die Entfernungen zu Fuß zu bewältigen und mich mindestens 1 Stunde pro Tag zu bewegen. Das gesunde Schlafen ist sehr wichtig. Ich gehen früh ins Bett und stehe früh auf. Das macht mich munter, effektiv bei der Arbeit und glücklich. Die soziale Kontakte möchte ich nicht nur auf sozialen Medien reduzieren, sondern kommuniziere ich ständig mit Freunden, Bekannten und Unbekannten. Ich engagiere mich in vielen Spende-Aktionen und möchte den Menschen fördern, sodass ich bestimmte Summe pro Jahr via Direktspenden gebe.

Wer sind die Aussteiger und wer braucht Auszeit?

 
 

Ich weiß nicht, ob es um eine Mode geht, aber immer mehr Menschen brauchen Auszeit. Die Psychosomatische Probleme am Arbeitsplatz nehmen Platz 1 bei den Krankheiten mit langfristigen Ausfällen. Burnout, Depressionen, Schlafstörungen und Stress sind schon bei vielen Einwohnern in den Industrieländern angekommen. Dieses Problem habe ich 2006 in meinem Buch vorhergesagt und jetzt ist Fakt. Manchmal ist es zu spät, um eine längere Auszeit vom monotonen und routinen Leben zu nehmen. Aber immer mehr Menschen wagen es! Dann kommt die Umstellung im Leben. Es beginnt meistens mit dem gesunden Essen, weniger Arbeit und mehr Freizeit. Danach kommt die wahre Herausforderung -Aussteigen!!! Die Aussteiger gehen ins Risiko und geben alles auf. Sie möchten ein neues Leben anfangen und meistens ziehen es durch. Für einen Teil der Gesellschaft gelten diese Leute als „Verrückte“ – Warum sollten sie ihr „angenehmes Leben“ aufgeben und einen Abenteuer anzufangen? Unter „angenehmes Leben“ aber ist meistens ein stressiges, ungesundes Leben als „Sklave“, Sklave der Politiker und der Gesellschaft, die vielmals seltsame Normen ausdenkt. Besonders für die Arbeitnehmer ist es sehr kompliziert, ein anderes Leben zu gestalten. Sie stehen morgen früh auf, fahren mit der U-Bahn oder Auto, arbeiten mehr als 8 Stunden, fahren zurück, kochen, fernsehen und schlafen und so mindestens 5 Tage in der Woche. Dafür müssen sie ganze Zeit im Stress leben und Sorge machen, ob das Geld am Ende ausreicht. Eine kleine Zusammenstellung als Beispiel habe ich unten gemacht.

Wieviel Geld braucht eine Person zum Leben in Deutschland?

Nehmen wir als Beispiel einen Arbeitnehmer mit 40h/Woche und Bruttolohn 2500€:

Brutto 2500€

Netto 1500€

Miete 600€

Essen 300€

Freizeit 100€

Transport 100€

Versicherungen 100€

Urlaub 100€

Internet/Strom/Telefon 100€

Am Ende des Monats bleiben höchstens 100€ und so läuft es bei den durchschnittlichen Arbeitnehmern in Deutschland! Haben dann diese Personen hohe Lebensqualität oder ist das Leben in den Industrieländern genauso schwer wie in den Entwicklungsländern? Sind diese Personen am Ende des Monats genauso glücklich wie die Leute in Afrika, Asien oder Karibik?

Soll ich ich nachhaltig reisen?

Wie ich lebe, so muss ich reisen! Es gibt viele Menschen, die auf 3 Wochen Urlaub im Jahr warten und wenn die Reise beginnt, werden sie schon am Flughafen ein Tier (trinken Bier um 5 Uhr morgen früh). Sie vergessen oft ihre Höflichkeit und Manieren, wenn sie in Gastgeberland ankommen! Mit den Jahren habe ich während meinen Reisen gelernt, die Leute vor Ort zu respektieren. Ihre Kultur ist mir besonders wichtig und ich möchte nachhaltig reisen. Ich probiere einen Teil Ihrer Kultur kennenzulernen, indem ich gewöhnliche Sätze in ihrer Sprache lerne, das Essen auf dem Tisch ohne Angst probiere und deren Wirtschaft unterstütze. In vielen Ländern ist der Tourismus das einzigste Einkommen und die Reisende werden geschützt und geschätzt. In Kuba zum Beispiel existieren 2 Währungen, einheimische Peso und CUC. Da nur die Touristen CUC besitzen dürfen, sind viele Taxifahrer oder Verkäufer froh, wenn sie Fremde treffen. Natürlich gibt es auch Betrüger, aber wo gibt es sie nicht? In Kenia und Tanzania haben mir die Einheimische ein Tauschgeschäft (Schuhe gegen Souvenirs) angeboten. So habe ich meine fast alle Schuhe und Kleidung ohne Gegenleistung da gelassen und mit einem halb leeren Koffer zurückgekommen.

Freunde in Kenia
Buschmann in Tanzania

Die Arroganz der Menschen aus dem Westen kann ich immer spüren, aber sie werden vielmals von den Einheimischen erzogen. Der Egoismus zeigt sich bei den Begegnungen mit den einfachen Bauern oder Kindern und das Prinzip „ich gebe dir, aber du gibst mir“ oder „es gibt nichts Kostenloses“ spielt eine Rolle. Meistens hört man den Spruch „sie müssen arbeiten und das Geld liegt nicht auf dem Boden“. Diese arrogante Leute haben niemals über die Gründe des Armuts nachgedacht, wie zum Beispiel die Agrarsubventionen der EU, die die heimische Landwirtschaft zerstören. Manchmal ist es extrem komisch, worum sich die Touristen beschweren. Sie zeigen keine Empathie und erwarten, Ihr Lebenskonzept im Gastgeberland wieder zu finden.

Durch unseren Konsum verändern sich auch die Gewohnheiten in touristischen Ländern. In Afrika werden private Reservate zum Jagdtourismus angeboten und reiche Leute aus dem Westen zahlen bis zum 50.000€ für BigFive (Elefant, Leopard, Löwe, Büffel, Rhino). Als wir in Okavango Delta, Botswana waren, habe ich mit den Einheimischen darüber gesprochen. Sie behaupten, dass ein Jagdtourist mehr Geld für die Gesellschaft im Dorf bringt, als die Touristen, die nachhaltig jedes Jahr kommen. Sie sind nicht froh, dass die Jagdtouristen Tiere abschiessen müssen, aber sehen wenig Alternativen zu überleben. Ich habe probiert sie zu überzeugen, indem ich ihnen erklärt habe, dass langfristige Tierbestände bringen mehr Geld durch Touristen ins Land als kurzfristige Summen vom Jagdtourismus.

Anderes negatives Beispiel unseres Konsumes ist der teuerste Kaffee der Welt, Kopi Luwak. Über diesen Kaffee werde ich mehr in meinem Beitrag über Sumatra, Indonesien erzählen! Hier ein Video, wie dieser Kaffee mittlerweile produziert wird. Wenn wir bereit sind viel Geld für diesen Kaffee zu bezahlen, dann wird noch mehr hergestellt und die Tiere werden immer wieder leiden!

Meine Weltsicht hat sich verändert und ich frage mich, wo und wie ich leben möchte!? Wie lange werde ich in Europa bleiben oder wie würde es als Nomade ohne festen Wohnsitz zu leben, lebenslang reisen;) Ich fühle mich überall zu Hause und meine Heimat ist unsere Erde. Die Antwort habe ich noch nicht! Vielleicht ihr könnt mir helfen?;)

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